Auch Nicht-Medikamente können helfen
Neben Medikamenten zu Prophylaxe gibt es auch nicht-medikamentöse Behandlungsoptionen, mit denen Du selbst aktiv etwas gegen die Migräne tun kannst – zum Beispiel durch Entspannung, Bewegung oder Verhaltenstraining. Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie empfiehlt medikamentöse Prophylaxe mit nicht-medikamentösen Verfahren zu kombinieren.1
Deine behandelnde Ärztin bzw. Dein behandelnder Arzt kann Dich dabei unterstützen, die für Dich passende Methode zu finden.
Nachfolgend findest Du eine Auswahl bewährter nicht-medikamentösen Maßnahmen:
Kognitive Verhaltenstherapie
Bei der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT), die sowohl in Einzel- als auch Gruppentherapie angeboten wird, werden Techniken erlernt, die unter anderem einen besseren Umgang mit Stressereignissen sowie eine Verbesserung der Entspannungsfähigkeit ermöglichen, aber auch Methoden der Einflussnahme auf den Schmerz aufzeigen. Wichtiger Bestandteil ist es, ein besseres Wissen und Verständnis über die eigene Krankheit aufzubauen, die Krankheit anzunehmen und zu akzeptieren.2
Achtsamkeitsübungen
Achtsamkeitsübungen sollen helfen, besser mit Stress umzugehen.1 Bei der Therapie von chronischen Schmerzen hat sich beispielsweise der Einsatz der Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) bereits in mehreren wissenschaftlichen Studien als effektiv erwiesen.3,4
Biofeedback
Biofeedback ist eine Methode, die in mehreren Sitzungen erlernt werden kann.1 Es geht darum, dass Patient:innen ihre eigenen körperlichen Signale (Bio) wahrnehmen und erlernen diese Signale, die normalerweise nicht bewusst gesteuert werden, willentlich zu beeinflussen. Dabei werden Körpersignale wie z.B. Pulsschlag, Anspannung oder Kopfmuskelaktivität über ein Gerät gemessen und als akustisches oder visuelles Signal zurückgespielt. Durch diese Rückmeldung (Feedback) der Körperfunktion kann man unmittelbar sehen oder auch hören, ob die Muskeln entspannt sind, der Puls regelmäßig schlägt oder der Blutfluss zu- oder abnimmt. Bei der Anwendung zur Migräne-Prophylaxe werden Anzeichen von Anspannung zurückgemeldet, wodurch das Erlernen von Entspannung unterstützt wird.1
Entspannungsverfahren
In Studien konnte gezeigt werden, dass Entspannungsverfahren eine prophylaktische Wirkung bei der Migräne haben und, dass man Entspannung lernen kann. Es werden Techniken an die Hand gegeben, um Anspannung abzubauen und Entspannung zu erreichen. Hierzu zählen unter anderem: Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung, Atemtechniken oder Hypnose.1
Mehr dazu findest Du in der myVi-Broschüre „Entspannt wieder dabei“.
Referenzen
- Diener H-C. et al. S1-Leitlinie „Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne“, AWMF-Reg.-Nr. 030/057; Stand: August 2025
- Guth AL, Schäfer B, Gaul C. Schmerzmed 2021;37:46–9
- Du S et al. Neurosci Biobehav Rev. 2021;131:59–76
- Veehof MM et al. PAIN 2011;152(3):533–42