Migräne ist nicht gleich Migräne

Migräne ist nicht bei allen Menschen gleich. Expert:innen unterscheiden grundlegend je nach Häufigkeit der Migräne-Attacken zwischen:

  • einer chronischen Migräne und
  • einer episodischen Migräne.

Zudem wird unterschieden, ob sich Migräne-Attacken mit einer Aura „ankündigen“ oder nicht, also ob:

  • eine Migräne mit Aura oder
  • eine Migräne ohne Aura besteht.

Wenn Du und Deine Ärztin bzw. Dein Arzt wissen, wie Deine Migräne „tickt“, könnt ihr gezielter dagegen vorgehen. Die medikamentöse und nicht-medikamentöse Behandlung kann so besser auf Dich abgestimmt werden, sodass sie zu Deinem Leben passt und Deine Beschwerden spürbar lindert.

Chronische oder episodische Migräne

Die meisten Patient:innen haben eine episodische Migräne. Das bedeutet, dass sie an weniger als 15 Tagen pro Monat Kopfschmerzen (migräneartig oder spannungstypartig) haben.1
Bei 15 oder mehr Kopfschmerztagen pro Monat, von denen acht Tage die Kriterien einer Migräne erfüllen, spricht man von einer chronischen Migräne.1

Eine episodische Migräne kann sich in eine chronische Migräne verwandeln – vor allem, wenn die Beschwerden nicht ausreichend behandelt werden.

Migräne mit oder ohne Aura

Bei manchen Menschen beginnt die Migräne-Attacke mit einer Aura. Unter einer Aura versteht man neurologische Ausfallserscheinungen und Störungen, die der Schmerzattacke vorausgehen. Die Beschwerden klingen in der Regel innerhalb einer Stunde wieder ab.1

  • Bei etwa 15 Prozent der Menschen geht bei einer Migräne-Attacke der Kopfschmerzphase eine Aura voraus.2
  • Die restlichen 85 Prozent der Patient:innen haben eine Migräne ohne Aura.

Migräne mit Aura
Die typischen Aura-Charakteristika sind1:

Migräne ohne Aura
Eine Migräne ohne Aura weist die folgenden Charakteristika auf 1:

Migräne-Unterformen
Darüber hinaus unterscheiden Experten weitere Unterformen von Migräne. Dazu zählen unter anderem:

Vestibuläre Migräne

Bei einer vestibulären Migräne (vestibulär = das Gleichgewichtsorgan betreffend) kommt es zu mittleren bis starken Schwindelgefühlen, die zwischen 5 Minuten und 72 Stunden andauern können.1

Eine seltene Migräne mit Aura, die unter anderem durch eine Muskelschwäche gekennzeichnet ist. Die motorischen Symptome können über Tage und Wochen fortbestehen.1

Ebenfalls eine seltene Form der Migräne, bei der es zu einer Migräne mit Aura mit wiederholten Attacken von einseitigen Sehstörungen wie Flimmern oder Erblindung kommt.1

Von einer menstruellen Migräne spricht man, wenn die Migräne in 2 von 3 Menstruationszyklen an Tagen rund um die Regelblutung auftritt, zusätzlich aber auch zu anderen Zeiten des Zyklus.1

Referenzen

  1. Headache Classification Committee of the International Headache Society (IHS). Cephalalgia 2018;38(1):1–211
  2. Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. (DGS). DGS-Praxisleitfaden „Medikamentöse Akuttherapie und Prophylaxe der Migräne bei Erwachsenen“, Version: 1.4; Stand: Juli 2023