Migräne-Prophylaxe:
Attacken vorbeugen statt aushalten
Bei der Behandlung von Migräne wird unterschieden zwischen Akuttherapie und Prophylaxe. Dazu stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung, die unterschiedlich wirken und angewendet werden. In der Akuttherapie geht es darum, während einer Migräne-Attacke Schmerzen und weitere Beschwerden schnell und effektiv zu kontrollieren. Die Migräne-Prophylaxe wiederum zielt darauf ab, die Häufigkeit, Schwere und Dauer der Migräne-Attacken zu reduzieren.1 Sowohl für die Akut- als auch die prophylaktische Behandlung von Migräne stehen verschiedene medikamentöse und nicht-medikamentöse Ansätze zur Verfügung. Diese können bei Bedarf auch kombiniert werden.
Gründe für eine Migräne-Prophylaxe
Um mit einer Migräne-Prophylaxe beginnen zu können, muss nicht gewartet werden, bis die Migräne chronisch ist. Daher sprich mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt darüber, wenn
- Dich die Migräne sehr belastet,
- Deine Lebensqualität eingeschränkt ist,
- Du immer öfter und immer mehr Akutmedikamente einnimmst.1
Denn eine Prophylaxe kann verordnet werden, unter anderem wenn
- die Akutmedikamente nicht oder nicht ausreichend wirksam sind,
- die Akutmedikamente Nebenwirkungen haben, die Dich stark belasten,
- immer mehr Akutmedikamente eingenommen werden,
- Du mindestens 3 Migräne-Attacken pro Monat hast, die Deine Lebensqualität beeinträchtigen,
- Migräne-Attacken regelmäßig länger als 3 Tage andauern,
- immer mehr Migräne-Attacken auftreten,
- Dich Auren sehr belasten.1
Migräne-Prophylaxe kann entscheidend dazu beitragen,
- die Häufigkeit von Migräne-Attacken, also die Anzahl der Migräne-Tage pro Monat zu senken,
- den Schweregrad der Migräne-Attacken zu reduzieren,
- dass weniger Akutmedikamente benötigt werden,
- einer Verschlechterung der Migräne entgegenzuwirken,
- dass kein sogenannter Medikamentenübergebrauchskopfschmerz (MOH) entsteht.1
Attacken nur akut lindern ...
Wer schon mal eine Migräne-Attacke hatte, hat vermutlich auch zu den „klassischen“ Schmerzmitteln gegriffen. Dazu zählen Paracetamol oder sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Acetylsalicylsäure und lbuprofen, die in der Regel freiverkäuflich in der Apotheke erhältlich sind.1 Diese Medikamente helfen vor allem, wenn die Migräne-Attacken nicht so intensiv sind.
Bei mittelstarken bis starken Attacken – oder wenn die klassischen Mittel nicht (ausreichend) wirken – kommen Triptane zum Einsatz. Diese Medikamente wurden speziell zur Behandlung von Migräne entwickelt.1
Solange Migräne selten auftritt und das Leben nicht allzu stark aus der Bahn wirft, wird Migräne normalerweise mit einer solchen Akuttherapie behandelt. Wenn die Häufigkeit jedoch zunimmt, wenn Schmerzen und andere Symptome schlimmer werden, sollte eine Migräne-Prophylaxe in Betracht gezogen werden.1
... oder rechtzeitig vorbeugen?
Wenn Migräne Dein Leben sehr einschränkt, kann eine Prophylaxe helfen, die Häufigkeit und Intensität der Attacken zu reduzieren.
Sprich mit Deinem Arzt bzw. Deiner Ärztin darüber, ob eine Prophylaxe für Dich infrage kommt. Für die Prophylaxe können
- unspezifische Medikamente,
- spezifische Medikamente wie CGRP-Antikörper oder Gepante
- sowie nicht-medikamentöse Therapieoptionen
eingesetzt werden.
Dabei steht nicht nur im Vordergrund, wie oft und wie lang die Migräne auftritt, sondern auch Dein individueller „Leidensdruck“ ist ausschlaggebend.
Referenzen
- Diener H-C. et al. S1-Leitlinie „Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne“, AWMF-Reg.-Nr. 030/057; Stand: August 2025