Typische Missver­ständnisse: Migräne-Mythen aufgeklärt

Über die Migräne werden viele Geschichten erzählt. Viele dieser vermeintlichen Weisheiten sind allerdings vollständig oder teilweise unzutreffend, oder sie gelten jeweils nur für einen kleinen Teil der Betroffenen.

Was also ist dran an bekannten „Migräne-Mythen“?

Mythos 1:  Migräne ist eine „Ausrede“ bei schlechter Laune.

Wahrheit: Nein. Migräne ist eine ernstzunehmende Erkrankung, unter der viele Frauen und Männer leiden.

Wahrheit: Es wird gelegentlich behauptet, dass nur Frauen an Migräne leiden würden. Doch tatsächlich sind auch etwa 8% der Männer betroffen.1

Wahrheit: Es ist bislang nicht wissenschaftlich nachgewiesen, dass Handystrahlung zu Kopfschmerzen beitragen könnte.2

Wahrheit: Das lässt sich so nicht sagen. Es zeigte sich zum Beispiel in Studien, dass Schokolade lediglich von einem geringen Prozentsatz der Teilnehmenden als Migräne-Auslöser genannt wurde. Zudem ist nicht immer eindeutig, ob die Schokolade, die vor einer Attacke verzehrt wird, diese tatsächlich auslöste – oder ob nicht vielmehr die Schokolade im Rahmen einer Heißhungerattacke verzehrt wurde, die einer Migräne-Attacke vorausgehen kann.3

Wahrheit: Das stimmt so nicht, denn eine Migräne ist wandelbar. Ihre Häufigkeit variiert zwischen den Patient:innen sowie im Zeitverlauf.4

Wahrheit: Migräne ist eine neurologische Erkrankung mit Begleitsymptomen wie Übelkeit, Licht-, Geräusch- und Geruchsempfindlichkeit sowie Auren. Ein Kopfschmerz ist nur ein Teil des Gesamtbilds.5

Wahrheit: Moderate Bewegung kann bei vielen Betroffenen die Frequenz von Attacken senken — als Teil eines Lebensstilmanagements in Kombination mit anderen Maßnahmen.6

Wahrheit: Migräne gilt aktuell als nicht heilbar, die genetische Veranlagung bleibt bestehen. Aber Symptome und Häufigkeit lassen sich oft deutlich lindern.7

Wahrheit: Migräne hat eine genetische Komponente. Wenn ein Elternteil Migräne hat, besteht ein deutlich erhöhtes Risiko für die Kinder. Dies konnte in Zwillingsstudien bestätigt werden.8

Wahrheit: Für viele Betroffene können Wetterveränderungen, besonders Luftdruckschwankungen oder Temperaturveränderungen, ein Auslöser sein.9

Referenzen

  1. Diener H-C. et al. S1-Leitlinie „Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne“, AWMF-Reg.-Nr. 030/057; Stand: August 2025
  2. ÄrzteZeitung. Die grossen Migräne-Mythen und was an ihnen dran ist. https://www.aerztezeitung.de/Medizin/Die-groessten-Migraene-Mythen-und-was-an-ihnen-dran-ist-248624.html (abgerufen am 13.10.2025)
  3. Nowaczewska M et al. Nutrients 2020;12(3):608
  4. Bigal ME, Lipton RB. Neurology 2008;71;848–55
  5. Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Gesundheitsinformation.de. Migräne. https://www.gesundheitsinformation.de/migraene.html (abgerufen am 13.10.2025)
  6. The Migraine Trust. Exercise and its effects on the management of migraine. https://migrainetrust.org/live-with-migraine/self-management/exercise/ (abgerufen am 13.10.2025)
  7. National Institute of Neurological Disorders and Stroke. Migraine. https://www.ninds.nih.gov/health-information/disorders/migraine (abgerufen am 13.10.2025)
  8. Olofsson IA. Headache 2024;64(8):1049–58
  9. Hoffmann J, Recober A. Curr Pain Headache Rep 2013;17(10):370