Was genau im Gehirn bei einer Migräne-Attacke passiert, ist noch nicht vollständig erforscht. Bekannt ist bereits: Bestimmte Bereiche im Gehirn sowie der große Gesichtsnerv sind überaktiv. Dadurch wird zu viel vom Neuropeptid CGRP ausgeschüttet, was zu einer neurogenen Entzündung führen kann.1
Wer (zu) häufig Akutmedikamente gegen die Migräne einnimmt, riskiert, dass sich die Migräne verschlimmert und dass ein sogenannter Medikamentenübergebrauchskopfschmerz (MOH) entsteht.2
Bei der Entstehung von Migräne spielen auch genetische Faktoren eine Rolle. Diese können vererbt werden.3 Auch für Deine Ärztin oder Deinen Arzt ist es wichtig zu wissen, ob weitere Personen in Deiner Familie betroffen sind.
Dem Schmerz auf der Spur: Deine persönlichen Trigger erkennen
Eine Reihe von inneren und äußeren Faktoren können begünstigen, dass eine Migräne-Attacke entsteht. Man spricht dabei auch von Triggerfaktoren.3 Es ist jedoch nicht immer eindeutig festzustellen, ob bestimmte Faktoren eine Migräne wirklich ausgelöst haben – oder ob sie selbst Teil der Migräne-Attacke sind. Was genau im Einzelfall zu einer Migräne-Attacke führt, ist individuell sehr verschieden.
Um Deine Migräne besser zu verstehen und bestenfalls auch vorzubeugen, kannst Du selbst aktiv sein: Führe ein Migräne-Tagebuch! Es hilft Dir, Muster zu erkennen und potenzielle Auslöser Deiner Migräne zu erkennen, sodass Du sie zukünftig vermeiden oder zumindest abschwächen kannst.
Es gibt eine Vielzahl von Triggern: Bei den einen sind es bestimmte Lebensmittel oder Gerüche, bei anderen hormonelle Schwankungen im weiblichen Zyklus und wiederum andere reagieren auf Stress.4-9
Verdächtige Lebensmittel meiden: Wenn Du ein spezielles Lebensmittel als Migräne-Trigger im Verdacht hast, solltest Du es nach Möglichkeit eine Weile nicht essen. So kannst Du besser erkennen, ob es wirklich an dem Lebensmittel liegt.
Bewusst entscheiden: Nur weil z.B. bestimmte Käsesorten eine Migräne-Attacke auslösen können, bedeutet das nicht, dass Du alle Käsesorten meiden musst.
Mahlzeiten anpassen: Manchen Personen mit Migräne hilft es, fett- und salzreduziert zu essen.
Magnesiumreiche Ernährung, z. B. mit Nüssen, Mandeln, Vollkornprodukten und Bananen, kann unterstützen, Migräne-Attacken zu verhindern.
Regelmäßig essen: Hunger bzw. Unterzucker durch ausgelassene Mahlzeiten können eine Attacke auslösen.
Kaffee in Maßen: Kaffee kann, muss aber nicht eine Migräne-Attacke auslösen.
1 bis 2 Tassen werden in der Regel gut vertragen. Problematisch können vor allem Schwankungen des Koffeinspiegels sein.
Wenig Alkohol: Rotwein löst bei vielen Personen mit Migräne eine Attacke aus. Aber auch sonst solltest Du auf einen moderaten Alkoholkonsum achten.
Rauchfrei werden: Da Tabakrauch Migräne verschlimmern kann, solltest Du nach Möglichkeit mit dem Rauchen aufhören.
Verzichte auf regelmäßiges Kaugummikauen: Da die Kaumuskeln und der Trigeminus-Nerv nah beieinander liegen, kann eine Belastung dieser Muskeln zu einer Attacke führen.
Achte auf einen regelmäßigen Schlafrhythmus: Ein veränderter Tag-Nacht-Rhythmus kann Migräne-Attacken auslösen. Versuche immer zu einer ähnlichen Zeit ins Bett zu gehen und auch aufzustehen.
Entspannung: Um Stress zu reduzieren, können Entspannungstechniken wie Progressive Muskelentspannung oder Yoga helfen.
So wenig Lärm wie möglich: Nicht immer lassen sich laute Geräusche vermeiden. Wenn Du darauf reagierst, habe am besten immer „Ohrenstöpsel“ bei Dir.
Auf Lichtverhältnisse achten: Helles oder flackerndes Licht kann eine Attacke auslösen. Wenn Du viel am Computer arbeitest, kann Dir eine Brille mit Blaulichtfilter helfen. Für draußen ist es hilfreich, stets eine Sonnenbrille dabei zu haben.
Glühbirnen wechseln: Wenn das Leuchtmittel nicht zum Dimmer oder Trafo passt oder alt ist, kann es passieren, dass das Licht flackert.
„Parfümfrei“ pflegen: Starke Gerüche können zu einer Migräne-Attacke führen oder diese verstärken. Daher kann es hilfreich sein, wenn Du auf Parfüm verzichtest und eher parfümfreie Duschgels, Shampoos und Bodylotion verwendest – eventuell auch Dein:e Partner:in.
Darüber hinaus können auch andere starke Gerüche eine Migräne-Attacke auslösen.
Referenzen
- Durham PL. N Engl J Med. 2004;350(11):1073–5
- Diener H-C et al. S1-Leitlinie „Kopfschmerz bei Übergebrauch von Schmerz- oder Migränemitteln (Medication Overuse Headache = MOH)“, AWMF-Reg.-Nr. 030/131; Stand: Dezember 2021
- Schmerzklinik Kiel. Genetik. https://schmerzklinik.de/service-fuer-patienten/migraene-wissen/genetik (abgerufen am 13.10.2025)
- Berufsverbände für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik sowie Kinder- und Jugendpsychiatrie in Deutschland. Neurologen und Psychiater im Netz. Ursachen und Auslöser der Migräne. https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/neurologie/erkrankungen/migraene/ursachen (abgerufen am 13.10.2025)
- Deutsche Migräne und Kopfschmerz-Gesellschaft. Migräne. Informationen für Patientinnen und Patienten. https://www.dmkg.de/assets/uploads/dateien/diagnostik-und-therapie.pdf (abgerufen am 22.10.2025)
- Ferrara LA et al. Nutr Metab Cardivasc Dis 2015;25(4):370–5
- Mostofsky E et al. Am J Med 2019;132(8):984–91
- Khan J et al. Biomed Pharmacother 2021:139:111557
- Watemberg N et al. Pediatr Neurol 2014;50(1):69–72