Gelegentliche Kopfschmerzen haben viele. In der Regel sind das die sogenannten Spannungskopfschmerzen. Diese unterscheiden sich von Migräne-Kopfschmerzen unter anderem dahingehend, wo sie auftreten und wie sie sich anfühlen. Auch Cluster-Kopfschmerzen fühlen sich anders an.
Spannungskopfschmerzen
Diese werden drückend und dumpf empfunden. Sie sind leicht bis mittelstark und betreffen meist beide Kopfseiten oder den Stirnbereich. Sie können wenige Minuten bis zu mehreren Tagen dauern. Spannungskopfschmerzen verursachen keine Übelkeit und werden bei körperlicher Aktivität nicht stärker.1
Cluster-Kopfschmerzen
Das Wort Cluster bedeutet im Englischen „Gruppe“ oder „Häufung“. Cluster-Kopfschmerzen treten in Episoden gehäuft auf. Der Schmerz tritt einseitig im Bereich der Schläfe oder des Auges auf. Die Schmerzen sind sehr stark. Sie werden als brennend, stechend oder bohrend empfunden. Begleiterscheinungen können eine verstopfte Nase, gerötete Augen, ein tränendes Auge oder Schweiß auf der Stirn sein.2 Häufig gehen Cluster-Kopfschmerzen damit einher, dass Betroffene einen gesteigerten Bewegungsdrang (aufstehen, laufen) verspüren.2 Das ist eines der größten Unterscheidungsmerkmale zu Migräne-Kopfschmerzen, bei denen Patient:innen eher Ruhe suchen.
Migräne, Spannungskopfschmerzen und Cluster-Kopfschmerzen sind die drei häufigsten primären Kopfschmerzarten (primär bedeutet: ohne konkrete Ursache wie z.B. einen Unfall).3 Bei diesen Kopfschmerzarten kann es auch zu Mischformen kommen.
Fakten zu Migräne (adaptiert nach 5-10)
Mehr als nur Kopfschmerzen
Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die die Patient:innen stark einschränken kann.3 Denn Migräne ist mehr als Kopfschmerzen: Patient:innen mit Migräne haben wiederkehrende Migräne-Attacken. Diese verlaufen in Phasen, bei denen die Patient:innen unter mittelstarken bis starken anfallsartigen Kopfschmerzen, aber auch unter Begleitsymptomen wie Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit leiden. Die Dauer, Schwere einer Migräne-Attacke kann von Fall zu Fall variieren.4
Bei einigen Patient:innen können die Attacken zusätzlich von neurologischen Ausfallerscheinungen, sogenannten Auren, begleitet sein.3 Mittlerweile ist bekannt, dass bei den Abläufen, die während einer Migräne-Attacke im Gehirn stattfinden, bestimmte Botenstoffe – insbesondere das Neuropeptid CGRP – eine wichtige Rolle spielen.4
Migräne-Ursachen: Die genaue Ursache für Migräne ist noch nicht vollständig bekannt. Eine Neigung zu Migräne ist häufig genetisch bedingt – in vielen Familien gibt es mehrere Betroffene über mehrere Generationen hinweg. Expert:innen gehen davon aus, dass genetische Faktoren und Umwelteinflüsse zusammenspielen.11
Menschen, die noch nie eine Migräne-Attacke erlebt haben, können sich den Leidensdruck, der mit der Erkrankung einhergehen kann, oft nur schwer vorstellen.
MOH: der Sonderfall
Der sogenannte sogenannter Medikamentenübergebrauchskopfschmerz, kurz MOH (steht für den englischen Begriff Medication Overuse Headache), ist eine sekundärea Kopfschmerzart. Er kann entstehen, wenn Patient:innen besonders stark unter ihrer Migräne leiden und dadurch immer häufiger bzw. zu häufig Akutmedikamente einnehmen.12
Ein Übergebrauch liegt vor, wenn
- vorrangig freiverkäufliche Akutmedikamente an mindestens 15 Tagen pro Monat oder
- Kombinationsschmerzmittel, Triptane oder andere verschreibungspflichtige Schmerzmittel an mindestens 10 Tagen pro Monat
eingenommen werden. Statt die Beschwerden zu lindern, können die Medikamente bei dauerhaftem Gebrauch dazu führen, dass die Kopfschmerzen häufiger und anhaltender werden. Das wiederum kann dazu führen, dass die Migräne chronifiziert.12
a sekundär bedeutet, dass eine andere Basiserkrankung besteht, infolge derer eine weitere Erkrankung entstanden ist
Referenzen
- Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Gesundheitsinformation.de. Spannungskopfschmerzen. https://www.gesundheitsinformation.de/spannungskopfschmerzen.html (abgerufen am 13.10.2025)
- Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Gesundheitsinformation.de. Cluster-Kopfschmerzen. https://www.gesundheitsinformation.de/cluster-kopfschmerzen.html (abgerufen am 13.10.2025)
- Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Gesundheitsinformation.de. Wie unterscheiden sich verschiedene Kopfschmerzformen? https://www.gesundheitsinformation.de/wie-unterscheiden-sich-verschiedene-kopfschmerzformen.html (abgerufen am 13.10.2025)
- Diener H-C. et al. S1-Leitlinie „Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne“, AWMF-Reg.-Nr. 030/057; Stand: August 2025
- Verhagen IE et al. Headache 2023;63(3):333–41
- Dong L et al. Pain Ther 2025;14:297–315
- Grangeon L et al. J Headache Pain 2023;24(1):12
- Ashina M et al. Lancet 2021;397:1485–95
- Buse DC et al. J Headache Pain 2020;21(1):23
- GBD 2021 Nervous System Disorders Collaborators. Lancet Neurol 2024;23:344–81
- Schmerzklinik Kiel. Genetik. https://schmerzklinik.de/service-fuer-patienten/migraene-wissen/genetik (abgerufen am 13.10.2025)
- Diener H-C et al. S1-Leitlinie „Kopfschmerz bei Übergebrauch von Schmerz- oder Migränemitteln (Medication Overuse Headache = MOH)“, AWMF-Reg.-Nr. 030/131; Stand: Dezember 2021