Weitere medikamen­töse Optionen zur Migräne- Prophylaxe

Vor den CGRP-Antikörpern gab es für die Migräne-Prophylaxe nur unspezifische Medikamente wie z. B. Betablocker oder Antidepressiva. Die meisten dieser Substanzen wurden ursprünglich (und werden noch) bei anderen Krankheitsbildern eingesetzt – bis man entdeckte, dass sie auch bei Migräne helfen können. Studien haben ergeben, dass sie bei regelmäßiger Einnahme die Häufigkeit und Schwere von Migräne-Attacken senken können.1

Folgende weitere Medikamente sind für die Migräne-Prophylaxe zugelassen – auch wenn sie ursprünglich für andere Beschwerden entwickelt wurden:

Betablocker

Betablocker sind Medikamente, die im Allgemeinen bei Bluthochdruck verordnet werden. Dass einige dieser Substanzen (Metoprolol, Propranolol) auch das Auftreten von Migräne-Attacken verhindern können, wurde in mehreren Studien nachgewiesen. Allerdings bewerten Expert:innen Betablocker als „wirkungsarme Substanzen zur Prophylaxe der Migräne“.1

Kalziumkanalblocker werden vor allem zu Behandlung von Bluthochdruck, Angina Pectoris und Herzrhythmusstörungen eingesetzt. Flunarizin ist der einzige Wirkstoff dieser Wirkstoffklasse, für den eine signifikante Wirkung bei der Migräne-Prophylaxe gezeigt werden konnte. Andere Kalziumkanalblocker sind bei Migräne nicht wirksam.1

Es handelt sich um Medikamente, die bei Epilepsie die Anfallshäufigkeit verringern können. Für die Migräne-Prophylaxe ist nur der Wirkstoff Topiramat zugelassen. Dessen Wirkung bei der Migräne-Prophylaxe wurde in mehreren Studien belegt.1

Von dieser Klasse von Wirkstoffen, die zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden, ist nur Amitriptylin auch bei der Migräne-Prophylaxe wirksam.1

Mit Onabotulinumtoxin A können u.a. neuromuskuläre Erkrankungen (Spastiken, Lähmungen) behandelt werden. Zudem ist es zur prophylaktischen Behandlung von chronischer Migräne zugelassen.1

Wichtig zu wissen

  • Gerade die unspezifischen Therapien wirken nicht sofort, sondern erst nach einer gewissen Zeit bei zuverlässiger Einnahme.1 Es kann daher hilfreich sein, mit einem Migräne-Tagebuch zu dokumentieren, wie es Dir mit der Therapie geht. Die kleinen Schritte werden so oft besser deutlich.
  • Unspezifische Migräne-Prophylaktika wirken nur, wenn sie regelmäßig (meist täglich) eingenommen werden. Es ist also das Gegenteil zu Deiner Akutmedikation, die Du nur dann einnimmst, wenn Du den Beginn einer Migräne-Attacke spürst.1

Referenzen

  1. Diener H-C. et al. S1-Leitlinie „Therapie der Migräneattacke und Prophylaxe der Migräne“, AWMF-Reg.-Nr. 030/057; Stand: August 2025